Aus der Geschichte

Aus der Geschichte von Bonstetten

Bonstetten scheint schon ca. 1300 vor Christus bewohnt gewesen zu sein. Erstmals schriftlich als “Boumstettin” erwähnt wird es im Jahr 1122 in einem Buch des Bistums Konstanz.

Die Herren von Bonstetten
Das Zürcher Freiherrengeschlecht (+ 1606), mit seiner heutigen Berner Linie, geht auf die Burg in Bonstetten zurück und ist bereits im 12. Jahrhundert urkundlich bezeugt. Heiratsbeziehungen sind im 14.- 15. Jahrhundert mit den von Hinwil, Landenberg, Manesse, Seon, Sax und Bubenberg nachgewiesen. Spätestens ab 1268 besassen die von Bonstetten die Burg Uster als habsburgisches Lehen. Sie hatten neben der Reichsvogtei Zürich andere hohe Ämter im Aargau, Thurgau und in der Grafschaft Kyburg inne. In der Reformation traten sie zum neuen Glauben über. Nach dem Verkauf von Uster und der Ehelichung von Bernburgerinnen übersiedelte das Geschlecht 1534 nach Bern und begründete die Berner Linie. Diese war meist im Grossen Rat und teilweise auch im kleinen Rat vertreten, erreichte aber nie die höchsten Ämter. Durch Heirat und Kauf kam die Familie zu neuen Sitzen: zur Herrschaft Hindelbank, zu Vaumarcus, Mattstetten und Jegenstorf. Die Berner Linie besitzt auch heute noch das Bürgerrecht von Vaumarcus.

Das Salzhaus
Das Haus wurde 1737 gebaut und war lange Zeit der einzige Ort in Bonstetten, wo man Salz bekommen konnte.
Schaut man das Haus (unmittelbar bei der Postautohaltestelle Bonstetten-Post) genau an, sieht man eine separate Türe und ein Fenster, wo früher der “Salzladen” war.
Nach dem Salz wurde der Laden noch für vieles andere benutzt. Heute ist das ganze Haus privat bewohnt.

Die Tragödie der Ämtler Auswanderer von 1803
Im Jahre 1803 sind Familien von Affoltern, Bonstetten, Hausen, Mettmenstetten und Ottenbach nach Russland ausgewandert.
>> mehr über ihr Schicksal von damals bis heute

Was hat Heinz Rühmann mit Bonstetten zu tun?
Wer den Filmklasiker “Es geschah am hellichten Tag” (u.a. mit Heinz Rühmann) schaut, kann sich im ersten Teil des Films ein kleines Bild von Bonstetten in den 60er Jahren machen. Der Film wurde 1958 teilweise in Bonstetten gedreht..


Ein internationaler Schweizer Kriminalfilm nach einer Story von Friedrich Dürrenmatt. Irgendwo in der Ostschweiz lauert ein abwegig veranlagter Verbrecher auf seine Opfer - auf kleine Kinder. Plötzlich schlägt er zu und verschwindet wieder. Keine Spur, nicht der geringste Anhaltspunkt über die Person des Täters bleiben zurück. Bis doch eines Tages dem findigen Kommissar nach aufregender Fahndung der grosse Fang gelingt.
Regie: Ldislao Vajda. Mit Heinz Rühmann, Michel Simon, Gert Fröbe, Heinrich Gretler, Margrit Winter, Emil Hegetschweiler usw.
Länge 100 min.

Eine kurze Übersicht über die lange Geschichte von Bonstetten

>> Bonstetten im Jahr 1873
>> Hier finden sie mehr über die Geschichte von Bonstetten

“Ibi zeersch daa gsii!” - Eine Anekdote aus Bonstetten
Ernst Äberli (1893-1980), ein Bonstetter Dorforiginal

Ernst Äberli (1893-1980), genannt Funk, war ein ewiger Querulant und ein unverbesserlicher Geizhals dazu. Wie er zu seinem Übernamen kam, weiss niemand so recht. Nur dass er böse und ausfallend wurde, wenn man ihn damit ansprach, wissen viele zu berichten.

Mit seiner Schwester Luise führte er im sogenannten Äberlihuus in Bonstetten einen Kleinbauernbetrieb als Selbstversorger. In der Scheune hinter dem Haus standen vier Kühe, ein Pferd und eine Sau, im Vorgarten wuchsen Spalierbirnen, etwas Gemüse und ein prächtiger Fliederbusch.

Dieser Fliederbusch hatte es in sich. Aberlis Gärtchen grenzte genau dort an die Dorfstrasse, wo sie eine 90-Grad-Kurve beschreibt. Der Fliederbusch aber in seiner üppigen Pracht streckte die Äste weit in die Strasse hinaus und verdeckte so den Auto- fahrern die Sicht. Was an dieser Stelle nicht, ganz ungefährlich war. Die Gemeinde intervenierte deswegen ebensooft wie vergebliech.

Funks Gartentor öffnete sich auf die Strasse hinaus. Wer glaubt, er hätte sich jeweils umgesehen, ob ein Fahrzeug daherkam, der täuscht sich. Wer war zuerst dagewesen? Sein Gartentor oder die Autos? Ein klarer Fall also. Ebenso klar auch, dass er rücksichtslos mit dem Brückenwagen aus dem Scheunentor direkt auf die Strasse fuhr - rückwärts! Stoppstrassen und sonstige Strassenvorschriften waren für ihn inexistent. Sein Spruch “I bi zeersch daa gsii; di andere söled uufpasse” ist noch heute allgemein bekannt.

Ebensowenig beeindruckte ihn die Androhung einer Busse, falls er weiterhin mit der Sense auf der Schulter ins Feld fahre, ohne diese zu “entschärfen”, beziehungsweise das Blatt mit einem schützenden Futter zu umhüllen. Staunend und kopfschüttelnd standen die Dorfbewohner - zu ihrem eigenen Schutze - still, wenn er daherradelte. Im höheren Alter dann, bereits etwas wacklig auf dem Zweirad, aber noch immer steckengerade auf dem Sattel sitzend, hat ihn der Illustrator des Ottern beobachtet und skizziert. Was er mit stechendem Blick und nicht gerade freundlich registrierte.

Der Äberli Ernst war ein geiziger Mann. Nicht nur, wenn es um “unnötiges Zeugs” ging. In seinem Stall waren die Bodenbretter so altersschwach, dass sein Pferd - es mochte im Jahre 1947 sein - im Boden einbrach und in die darunterliegende Jauchegrube stürzte. Mit Hilfe einiger Nachbarn wurde das Pferd mit Seilen aus seiner misslichen Lage befreit. Dass die Episode an der darauffolgenden Fasnacht ein Sujet abgab, machte den Funk fuchsteufelswild.

Wie die Überlieferung weiss, wurde Äberli zum Präsidenten der Viehversicherung Bonstetten gemacht, weil er ständig über alles und jedes meckerte. In dieser Funktion begleitete er einmal seine Vorstandskollegen nach Wohlen, wo ein Viehtransportwagen gekauft werden sollte. Nachdem der Handel abgeschlossen war, wurde der Abordnung aus Bonstetten ein Imbiss mit Riesenschüblig offeriert. Dem Funk kullerten die Augen schier aus dem Kopf, als er die grosse Wurst sah: “Dèè bring i mim labe nie in Buuch ine.” Wen wundert’s, teilte er doch im Rahmen eines “Festmahls” mit seiner Schwester jeweilen einen Servela.

Still, wenn auch wohl nicht arm, hat sich Ernst Äberli von dieser Welt verabschiedet. Eines Morgens fand man ihn tot der Stube auf. Das uralte, verwaschene Kafibeckeli stand noch halbvoll auf dem Tisch.

Nach persönlichen Auskünften von Walter Äberli, Ernst Hedinger, Max Trostel

Copyright by Zürcher Kantonalbank
Züri-Reihe, “Zürcher Originale”, publiziert 1990 (vergriffen)
Abdruck von bonstetten.com mit Gemehmigung