Es muss nicht immer ein Golfplatz sein...

Artikel erschienen im "Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern", 12. Juli 2002, Abdruck mit Genehmigung der Redaktion

Einweihung des Spiel- und Begegnungsplatzes im Bonstetter Schachen

Einweihung des Spiel- und Begegnungsplatzes im Bonstetter Schachen. Die Macher vor der mit Kindern besetzten Seilpyramide: Fritz Locher (Landbesitzer), Charles Höhn
(Gemeindepräsident), Pierre Balmer (Planung), Martin Guble (Landschaftsarchitekt), Martin Kettner (Gebäudearchitekt), Michael Nanz (Projektleitung) und Rico Eicher (Platzwart).
(Bild Martin Platter)

Am Samstag ist im Bonstetter Schachen der neue Spiel- und Begegnungsplatz der Gemeinde mit diversen Darbietungen verschiedener Gruppierungen eingeweiht worden. Zur Feier des Tages spielte der Musikverein Bonstetten auf. In seiner Ansprache betonte Gemeindepräsident Charles Höhn die Wichtigkeit des Spielens im menschlichen Dasein.

Von Martin Platter

Vielseitige Möglichkeiten des spielerischen Zeitvertreibes bietet sich den Menschen in Bonstetten auf dem neuen Spiel- und Begegnungsplatz im Schachen, der am Samstag mit einer Feier eingeweiht worden ist. Zwei Halfpipes und diverse Obstacles für die Skater, eine Kletterpyramide aus Seilen, ein Teich, der kein Biotop sein soll, Beachvolleyballplätze, Hügel mit Röhren, Wippen und eine Vielzahl weiterer Varianten der kreativen Betätigung. Aber: «Wenige Spielgeräte im herkömmlichen Sinn», wie der Bonstetter Michael Nanz, Projektleiter der Anlage, in seiner Rede erklärte. «Der Platz wird sich mit der Vegetation und den weiteren Bedürfnissen und Wünschen der Benutzer laufend verändern, also nie ganz fertig sein.»

Gemeindepräsident Charles Höhn unterstrich in seiner Ansprache den hohen Stellenwert des Spiels im und fürs Leben: «Tragen wir Sorge zum Spielen, genau so, wie wir Sorge tragen wollen zur neu geschaffenen Infrastruktur.» Er lobte die gelungene Zusammenarbeit der verschiedenen Gruppierungen und der Schule, die sich am Bau der Anlage beteiligt oder Ideen dazu eingebracht haben. Er erwähnte dankend den Landbesitzer Fritz Locher, der das Land im Baurecht zur Verfügung gestellt hat. «Der neue Spielplatz soll eine Begegnungsstätte für alle werden», forderte Höhn auf. Genau so unmissverständlich machte er klar, dass Vandalen auf dem Areal nichts zu suchen haben und der Gemeinderat alle Möglichkeiten ausschöpfen werde, um Fehlbare zur Rechenschaft zu ziehen.
Das Projekt, für das Kosten in Höhe von 690 000 Franken budgetiert worden sind, wurde vom Souverän an der Gemeindeversammlung vor zwei Jahren gut geheissen und war fast so umstritten wie die Golf-Vorlagen, die nachher kamen. Höhn wollte die beiden Projekte aber nicht im gleichen Atemzug genannt wissen - auch wenn sich gewisse Parallelen aufdrängen. Landbesitzer Locher ist einer der erfolgreichen Beschwerdeführer gegen das Golf-Projekt, das die Stimmbürger ebenfalls angenommen hatten. «Wir handeln im Sinne des Stimmvolkes», sagte Höhn diplomatisch - und überliess das Feld wieder den unbeschwert spielenden Kindern.



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