1. August - Ansprache 2005 in Bonstetten

Ansprache zum 1. August in Bonstetten
von Paul Hedinger, Gibel, Bonstetten

 

Sehr geehrte 1.August – Feier Besucherinnen und Besucher

Viele von Euch werden sich fragen, wieso einer als 1. August – Redner auftritt, der sonst auf keiner Politbühne anzutreffen ist. Ich wurde angefragt: Es wäre wünschenswert, wenn wieder einmal ein Ur – Bonstetter die Rede halten würde über Vergangenes, die Gegenwart und die Zukunft.

Man könnte einige Bücher schreiben über das Leben der Bevölkerung und die Veränderungen im Dorf und Schachen – Quartier in den letzten 50 Jahren. Bonstetten war nach dem 2. Weltkrieg hauptsächlich eine Bauerngemeinde mit einigen Handwerksbetrieben. Etwa ein Drittel der Bevölkerung musste damals ihren Lebensunterhalt ausserhalb der Gemeinde verdienen. Man kannte sich und grüsste einander oder schaute sich schräg an. Bauern und die übrige Bevölkerung mussten sparsam und bescheiden leben da die Güterzusammenlegung und der 2. Weltkrieg einiges an Geld und Militärdiensttage abverlangt haben.

In den 50 ziger Jahren konnte sich die Gemeinde ein neues Schulhaus und einige Strassensanierungen leisten. Ab 1960 merkten gewisse Leute dass Bonstetten ein Wohngebiet werden könnte und kauften Land in grösserem Stil. Die Planer sprachen immer vom Uetliberg – Strassentunnel. Die Einwohnerzahl fing an vernünftig zu wachsen. Bahnverbindungen wurden immer attraktiver und dichter. Neuzuzüger und Ortsansässige verstanden sich gut miteinander da sie nicht so dicht aufeinander wohnten wie heute.

Die Lebensgewohnheiten ändern sich in der Arbeit, in der Freizeit und im Vereinsleben. Darum hat unsere Gemeinde recht viele Vereine und Körperschaften, was für das Zusammenleben wichtig ist.

In den letzten 10 Jahren hatte die Bautätigkeit in unserer Gemeinde Hochkonjunktur. Hektarenweise wurde Kulturland mit dem Bagger umgeschichtet und für Käufer und Mieter für Wohnraum bereitgestellt. Was ich sehr schätze ist dass Bauherren, Architekten und Gemeinderat sich für einen schönen ländlichen Baustil durchsetzen. Mit dem starken Wachstum der Bevölkerung gibt es neue Aufgaben für Behörden, Schulen, Transportunternehmer, usw. Es ist zu hoffen dass die neuen Einwohner nicht zu hohe Ansprüche an die übrigen langjährigen Bonstetter stellen.

Für die nähere Zukunft müssen sich viele Einwohner unseres Landes auf härtere und veränderte Lebensgewohnheiten gefasst machen. Wir als Bauern sollten mit unseren Betrieben wachsen, aber gleichzeitig die Produktion und die Kosten senken. Das werden auch treue und langjährigr Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen erfahren wenn sie länger und härter arbeiten müssen aber weniger Lohn erhalten. Was mich am allermeisten beschäftigt ist dass Bewohner von abgelegenen Gegenden in Zukunft kein Auskommen mehr haben. Sie müssen ihre Sachen packen und in der Ferne neue Arbeit suchen. Solche abgelegenen Gegenden gibt es in der ganzen Schweiz, auch im Kanton Zürich.

In den siebziger und achziger Jahren waren wir Schweizer stolz dass unsere Löhne so hoch waren wie fast nirgends auf dieser Welt. Heute beschäftigt uns dieser Umstand sehr. Auch in der Zukunft werden wir noch daran gnagen müssen. Wir sollten uns an das gute alte Schweizer Markenzeichen, die Armbrust, erinnern. Das Gütesiegel hat die Schweiz wirtschaftlich stark gemacht.. Heute wo Rationalisierung und Globalisierung in der Wirtschaft den Takt angeben ist sie nicht mehr gefragt. Trotzdem macht es Sinn etwas mehr zu bezahlen für echte Schweizerware.

Man könnte noch vieles kritisieren was anders gemacht werden könnte aber das hilft uns nicht viel weiter. Wenn es uns gelingt sich vor ausländischen Zwängen und Diktaten zu schützen wird die Schweiz weiter bestehen können nach dem Grundsatz:

Lebe wohl und lebe richtig,
arbeite, denn das ist wichtig,

bleibe fit, erfüll dein Soll,
hier zu wohnen ist doch wundervoll.

 

Ich danke



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